
20.8.2014 Bewegendes Musikprojekt
Jazz, Gospel, Volkslieder, Schlager, Chanson und Töne wie von einer Nachtigall - von allem hatte Corinne Chatel in ihrem „Improvisationskoffer“ mitgebracht. Eine Woche lang leitete die Sängerin ein Musikprojekt im Wohnverbund der Diakonie Kork. Schon am ersten Tag zeigte sich, dass sie auf 13 begeisterungsfähige Menschen mit Behinderungen treffen sollte, die auf Dauer in Kork leben. Eine Woche lang von morgens bis abends zu singen, Musik zu hören und sich zur Musik zu bewegen, beflügelte die Seelen, öffnete Herzen und schaffte einen Zusammenklang der unterschiedlichsten Personen, der sich hören lassen konnte. Corinne Chatel, zeigte Wege in die Musik und verschiedene Formen der Interpretation. Das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ wurde unter ihrer Regie eine im Lied gebündelte spannende Geschichte. Beim Chanson „Aux Champs Élysées“ summt der Hörer mit. „Sag mir, wo die Blumen sind“ wird eingeleitet mit berührendem Flötenvorspiel einer jungen Frau. Eine Mitbewohnerin arbeitete sich in ein Solo aus dem Musical Cats ein und trug es vor einem kleinen Kreis von Mitarbeitenden und Eltern vor. Immer wieder machte sich Gänsehautfeeling breit. Unglaubliche Darbietungen von zwanzig Liedern und Stücken verzauberten die Zuhörer und führten bei manchen zu Tränen der Rührung. Kein Mensch hätte zu Beginn des Musikprojektes gedacht, mit welcher Ausdauer die Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen bei der Sache bleiben und welch verborgene Talente und Schätze diese Woche zu Tage fördern würde.
Zum Abschluss drückte die Gruppe die Vielfalt des Erlebten und des Erarbeiteten in bunter Kleidung aus. Mit entsprechender Choreografie ergab sich ein Abschlussbild in einem bunten Regenbogen. Besser ließ sich die harmonische Vielfalt des Musikprojektes nicht bündeln.
Birgit Geiler, Leiterin des Wohnver-bundes, dankte Corinne Chatel für ihr großes Herz und Einfühlungsvermögen. Sie habe nicht nur ein gutes Gespür in der Musikauswahl gezeigt sondern auch die Menschen großartig begleitet und beflügelt. Die Teilnehmenden wollen weiter machen und freuen sich auf ihren ersten öffentlichen Auftritt.
Klaus Freudenberger, Mittelbadische Presse